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Wenig ist bekannt über die Ur-Geschichte und die Vorläufer der heutigen
Haie. Das grundsätzliche Problem: Da Haie statt mit einem Knochenskelett nur
mit einem Knorpelgerüst ausgestattet sind, bleiben bei Fossilienfunden meist
nur die Haizähne übrig. Zu wenig, um sich ein umfassendes Bild zu machen.
Fakt ist allerdings: Im Zeitalter des Devon vor rund 400 bis 350 Millionen
Jahren werden die bis dahin dominierenden Panzerfische von den
Knorpelfischen verdrängt. Der erste "echte" Knorpelfisch: der Cladoselache,
der allerdings wohl zuerst im Süßwasser auftrat und erst später die Meere
bevölkerte.
Auch im Folgezeitalter, dem Karbon - bis vor etwa 290 Millionen Jahren -
durchstreifte der Cladoselache die Weltmeere. Mehr und mehr traten in dieser
Zeit aber auch andere Haiarten auf, einige mit einem oder mehreren Stacheln
auf dem Kopf ausgerüstet, die vermutlich der Verteidigung dienten. Denn da
zu Zeiten des Cladoselache schon weitaus größere Meeresräuber die Ozeane
bevölkerten nehmen Wissenschaftler an, dass die heutigen Jäger zur damaligen
Zeit vielfach selbst die Gejagten waren.
Der Weg zum "Megalodon" - dem "klassischen Ur-Hai"
In den Folgezeitaltern Perm, Trias und Jura sollten Cladoselache & Co. nach
und nach von der Bildfläche verschwinden und von anderen Knorpelfischen
verdrängt werden. Diese näherten sich mehr und mehr den heutigen Haien an:
verbesserte Schwimmfähigkeit durch veränderte Flossen, Analflosse und
paarige Geschlechtsorgane (Klasper) bei den Männchen, wie sie auch heute
noch vertreten sind.

Ein herausragender Vertreter dieser "Hochphase" der Haie war der Megalodon
(wissenschaftlicher Name: Carcharodon megalodon). Er lebte vor rund 25 bis
fünf Millionen Jahren. Allerdings gehen Wissenschaftler aufgrund jüngerer
Fossilienfunde davon aus, dass auch vor rund 12.000 Jahren noch Exemplare
gelebt haben könnten.
Anhand der Fossilien- und vor allem der Zahnfunde vermutet man, dass
ausgewachsene Tiere über zwölf Meter lang waren und bis zu 15 Tonnen gewogen
haben. Gebissfunde lassen darauf schließen, dass ein Megalodon wohl
problemlos einen stehenden Menschen vertilgen konnte. Allerdings: direkt
verwandt mit Weißen Haien ist der Megalodon dennoch nicht. Seine Zahnform
ordnet ihn in eine andere Haifamilie
ein.
Alle Haie,
die dem Menschen gefährlich werden können gehören zu der Überordnung der
Echten Haie (Galeomorphii). Die Gefahr von Haiangriffen wird oft übertrieben
dargestellt; so ist die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen zu
werden weitaus höher als die Gefahr einer Haiattacke. In einem Jahr
registriert man durchschnittlich 100 Haiangriffe; ungefähr 5 bis 10 davon
enden tödlich. Viele dieser Angriffe sind das Ergebnis folgender Faktoren:
Belästigung durch den Menschen: Bei Grundbewohnende Haien kommt es
gelegentlich vor das Badende gebissen wenn diese auf sie treten.
Auch
werden Taucher gelegentlich Opfer solcher Attacken Besonders deutlich wird
dies beim Grauen Riffhai (Charcharhinus amblyrhynchos), dessen mit gesenkten
Brustflossen schwimmendes Warnverhalten bei Nichtbeachten oft schon zu
Unfällen geführt hat.
Obwohl viele Menschen bei Haiangriffen fast automatisch an einen weißen Hai
denken, so ist doch in Wirklichkeit der Bullenhai (Charcharinus leucas) für
die meisten Attacken verantwortlich. Unter anderem liegt das daran, dass
diese Haie oftmals die Flüsse herauf schwimmen und dort wochenlang verweilen
(Amazonas, Nicaraguasee, Sambesi und Flussmündungen an der Australischen
Küste ).
Zusätzlich zu dem Großen Weißen Hai (Carcharadon carcharias) und dem
Bullenhai (Carcharhinus leucas), haben bereits Weißspitzen-Hochseehaie
(Carcharhinus longimanus) und Tigerhaie (Galeocerdo cuvieri) Menschen
nachweislich getötet. Die meisten Angriffe geschehen im Pazifik.
Weitere zehn Arten haben den Menschen bereits gebissen, jedoch ohne
tödlichen Ausgang. Zu diesen Arten zählen unter anderem der Makohai (Isurus
spec.), der Seidenhai (Carcharhinus falciformis), der Zitronenhai (Negaprion
brevirostris) oder auch der Hammerhai (Carcharhinus falciformis). Nicht
diesen Arten zuzurechnen ist, mit Ausnahme der australischen Gattung, der
Ammenhai, da dieser niemals von sich aus Menschen angreifen würde.
Der Weisse Hai
Allgemeines Erscheinungsbild:
Hydrodynamischer, spindelförmiger Körper mit spitzer Schnauze und relativ
kleinen, sehr dunklen und an der Kopfseite positionierten Augen, ohne
Nickhaut.
Breites, leicht rundes Maul (von vorn gesehen) mit auffallend dreieckigen,
gesägten Zähnen.
Sehr große Kiemenspalten und lange Brustflossen.

Beginn der ersten Rückenflosse über den freien Enden der Brustflossen. 2.
Rückenflosse sehr klein, Ansatz liegt vor der Analflosse.
Homozerke (symmetrisch geformt) Schwanzflosse und breite Kiele auf dem
Schwanzstiel. Kein Interdorsalkamm.
Färbung:
Blau-graue bis grau-braune Rückenfarbe, oft auch Bronzefarben mit auffallend
weißem Bauch, wobei der Übergang sehr abrupt sein kann.
Schwarzer Fleck an der hinteren Achse der Brustflossen.
Unterseite der Brustflossen meist mit dunklen Spitzen.
Färbungsmuster über den Kiemen ist bei jedem Tier unterschiedlich und kann
als individuelles Identifikationsmerkmal verwendet werden.
Verbreitung:
Weltweit in gemäßigten Regionen, aber auch in subtropischen und tropischen
Meeren (doch dann nur im Winter) zu finden.
Westlicher Atlantik: Neufundland bis Florida, Bahamas, Cuba und nördlicher
Golf von Mexiko, Brasilien und Argentinien.
Östlicher Atlantik: Südengland, Frankreich, Senegal, Ghana, Zaire.
Mittelmeer. Südafrika, Seychellen, Rotes Meer.
Westlicher Pazifik: Sibirien, Japan, Korea, China, Philippinen, Australien
(ohne nördliche Regionen), Tasmanien, Neuseeland, Neukaledonien.
Zentralpazifik: Marshall Inseln, Hawaii.
Östlicher Pazifik: Golf von Alaska bis zum Golf von Kalifornien und Panama
bis hinunter nach Chile.
Biologie:
Weiße Haie halten sich bevorzugt über den Kontinentalsockeln, aber auch an
deren Abhängen auf. Man findet sie sowohl unmittelbar unter der
Wasseroberfläche, als auch über dem Boden in größeren Tieren (maximale
Fangtiefe bis dato liegt bei 1280m).
Bedingt durch ihr Fressverhalten findet man sie oft in der Nähe von Seehund-
und Seeelefantenkolonien (Südaustralien, Südafrika, Kalifornien),
entsprechend halten sie sich nicht selten nahe am Ufer auf.
Diese Art stellt den eigentlichen Superräuber dar. Kein anderer Hai ist mit
diesem Tier vergleichbar. Obwohl sie normalerweise eher langsam schwimmen,
sind sie in der Lage auch schnellste Tiere wie Makohaie, Thun- und
Schwertfische oder auch Delphine zu erbeuten.
Weiße Haie sind entgegen vielen anderen Haiarten nicht eigentlich kaltblütig
(Körpertemperatur entspricht der Wassertemperatur), sondern besitzen ein
spezielles Netz von Blutgefässen, das es ermöglicht, eine erhöhte
Körpertemperatur aufrecht erhalten können (zwischen 10-15°C über der
Wassertemperatur). Dieses Netz findet sich vorwiegend in den Flanken der
Tiere, aber auch um die Augen (schnelle Adaptation und Fokussierung
möglich), sowie um das Gehirn herum.
Gerade die Augen und die Nase sind bei Weißen Haien, verglichen mit anderen
Haiarten, überdurchschnittlich entwickelt. Weiße Haie sehen farbig. Die
erhöhte Körpertemperatur ermöglicht aber nicht nur eine schnellere
Schwimmweise, sondern befähigt sie auch in kälteren Gewässern zu schwimmen.
Entgegen früheren Ansichten sind Weiße Haie nicht diese oftmals zitierten
Alleingänger, sondern tauchen nicht selten in kleineren Gruppen auf. Es
besteht kein Zweifel mehr daran, dass es sich bei Weißen Haien um soziale
Tiere handelt. Sie zeigen ein komplexes Verhaltensmuster, wenn sie mit
anderen Tieren derselben Art oder auch anderen Arten interagieren.
Ernährung:
Seehunde, Seelöwen, Meeresschildkröten, Thunfische, Schwertfische, Haie
(Makohaie, Hundshaie, Grauhaie, Hammerhaie, Dornhaie), aber auch Vögel
(Pinguine), Krebsartige, Tintenfische und auch tote Tiere.
Weiße Haie ändern ihre Nahrung mit zunehmender Größe. Junge Weiße Haie sind
eher auf Fische spezialisiert sind, da sie noch nicht diese typischen,
gesägten Zähne besitzen, die ein Fressen von Tieren wie Seehunden
ermöglicht.
Weiße Haie sind wahrscheinlich die Makrelenhaie mit dem breitesten
Nahrungsspektrum. Erstaunlicherweise fressen große Weiße Haie nur sehr
sporadisch, wahrscheinlich nur monatlich, oder mit noch größerem Abstand,
abhängig von der Größe der Beute.
Größe:
Wahrscheinlich mehr als 700cm (basierend auf Bissspuren an Walkadavern).
Tiere zwischen 580 und 640cm wogen mehr als 2000kg.
Fortpflanzung:
Lebendgebärend ohne Dottersack-Plazenta (aplazental vivipar).
Embryonen ernähren sich von anderen Eiern (Oophagie).
Schwangere Weibchen werden nur selten gefunden und gefangen, was darauf
schließen lässt, dass sie sich von den anderen Tieren während dieser Phase
trennen.
Die Dauer der Schwangerschaft ist noch nicht bekannt, doch lassen gewisse
Indizien darauf schließen, dass sie als 12 Monate dauert.
Die Anzahl der Nachkommen ist ebenfalls noch ungewiss, doch wurde im
Mittelmeer ein Weibchen gefangen, das 9 Junge in sich gehabt haben soll.
Männchen erreichen die Geschlechtsreife mit einer Länge von 350cm und einem
Alter von ca. 9 bis 10 Jahren, Weibchen mit etwa 400cm und einem Alter von
etwa 12 bis 14 Jahren.
Die Geburtsgröße scheint bei ca. 130 bis 150cm zu liegen.
Jungtiere zeigen ein schnelles Wachstum und werden im freien Wasser geboren.
Weiße Haie mit einer Länge zwischen 5 und 6m hatten ein geschätztes Alter
von 21 bis 23 Jahren.
Weiße Haie sind in einzelnen Ländern bereits unter Schutz gestellt: u.a. in
Australien, USA und Süd Afrika
Begegnungen mit Menschen:
Weiße Hai müssen als potentiell gefährlich angesehen werden.
Die Gefahr geht jedoch nicht von einer Aggression dieser Tiere aus, sondern
beruht auf ihrer Größe und ihrem Nahrungspektrum.
Weiße Haie sind Augentiere, die sehr neugierig auf Umrisse reagieren und
gerade Surfer, oder auch Schwimmer, sehen von unten wie ihre natürliche
Beute (Seehunde) aus.
Meist lassen sie nach dem ersten Biss vom Opfer ab.
Daneben werden solche Unfälle jedoch nicht selten vom späteren Opfer
provoziert, denn unachtsame Taucher führen bspw. erbeutete Fische mit und
provozieren somit geradezu Unfälle.
Die Gefahr von einem Weißen Hai attackiert zu werden, ist jedoch gering und
stark übertrieben.
Der Bullenhai
Der
Bullenhai oder Gemeine Grundhai bzw. Stierhai (Carcharhinus leucas) ist ein
Hai aus der Familie der Requiemhaie (Carcharhinidae).
Sein englischer Name "bullshark"
beschreibt seinen Körperbau sehr gut. Er ist ein gedrungener Hai mit einer
sehr kurzen und runden Schnauze, die wesentlich kürzer als breit ist. Die
erste Rückenflosse des Hais bildet nahezu ein gleichseitiges Dreieck. Die
zweite Rückenflosse des Tieres ist wesentlich kleiner als die erste.
Er hält sich sowohl in Süß- als auch in Salzwasser auf. Hierbei bevorzugt er
flaches Wasser in Ufernähe und im Mündungsgebiet der Flüsse und nutzt damit
die schlechte Unterwassersicht, die bereits beim geringsten Seegang und
durch die Vermischung des Süß- und Salzwassers entsteht, aus.
Nahezu einmalig für diese Haie
ist die Fähigkeit, permanent im Süßwasser leben zu können. Ebenso ist der
Gemeine Grundhai in der Lage, in Gewässern mit unterschiedlichen
Salzgehalten zu leben. Im Brackwasser zählt er zu den häufigsten Haiarten. Sein
Lebensraum
ist in allen wärmeren Küstengebieten von Afrika, Asien, Australien,
Mittelamerika und Südamerika, wo er sich in den Flüssen tief ins
Landesinnere vorwagt und auch in den Seen anzutreffen ist. So ist er über
eine Verbindung zum Meer in den mittelamerikanischen Nicaraguasee gelangt,
wo sich mit der Zeit größere Populationen gebildet haben.
Mit 3,5 m Länge wird er über 200 kg schwer und ernährt sich von
Knochenfischen, anderen Haien aber auch von Krebsen, Rochen und Weichtieren.
Die Wurfgröße beträgt 1-13 lebend geborene Jungtiere, die Tragzeit 10-11
Monate.
Neben dem Bullenhai gehören u.a. der Tigerhai und der Weiße Hai zu den
Haien, die für die meisten Haiangriffe auf Menschen verantwortlich sind.
Entscheidend ist, dass er eine geringe Fluchtdistanz hat und somit bei einem
Angriff dem Taucher wenig Zeit zu einer Gegenreaktion bleibt. Die
Wahrscheinlichkeit von einem Hai verletzt oder getötet zu werden ist relativ
gering. Trotzdem sind Unfälle nie ganz auszuschließen
Der Tigerhai
Der Tigerhai gehört zur Familie der Grauhaie (Carcharhinidae).
Er ist in nahezu allen tropischen und gemäßigten Küstenregionen anzutreffen,
bevorzugt in trüben Gewässern. Auch in Flussmündungen ist er zu finden.
Tigerhaie können eine Größe von bis zu 6 Metern, vereinzelt aber auch von
über 7 Metern erreichen.
Ihr Name leitet sich von der tigerähnlichen Musterung ab. Da sich diese
häufig in Ufernähe, direkt an der Wasseroberfläche aufhalten, geht man davon
aus, dass die Färbung eine Tarnfunktion hat. Im flachen Wasser haben die
Schatten der Wellen ein ähnliches Muster wie das der Tigerhaie. Mit
zunehmendem Alter verblasst diese Färbung. Im Erwachsenenstadium ist sie
kaum noch zu erkennen.
Der Tigerhai hat einen langen, tonnenförmigen Oberkörper und ein sehr
schlankes Schwanzende. Seine Schnauze ist auffallend flach und kantig. Er
ist der einzige in der Familie der Grauhaie, der ein Saugloch am Kopf
(Spiraculum) besitzt. Das Spiraculum ist eine kleine neben den Augen
liegende Öffnung, die dazu dient, Wasser einzusaugen und zu den Kiemen zu
führen. In der Entwicklungsgeschichte der Haie stellt es eine Rückbildung
vorderste Kiemenspalte dar.
Tigerhaie haben hoch entwickelte Zähne mit einer Schneide- und Sägestruktur.
Das ermöglicht ihnen, ganz unterschiedliche Nahrung zu fressen, weshalb sie
im Vergleich zu anderen Hai-Arten das breiteste Nahrungsspektrum haben. Sie
fressen Knochenfische, andere Haie, Meeresschildkröten, Seevögel, winzige
Krebse und sogar Abfälle. Daher werden sie auch häufig "Mülleimer der Meere"
genannt.
Berichten zu folge hat man schon teile einer Ritterrüstung in den Mägen von
Tigerhaien gefunden.
Aufgrund ihrer enormen Körpergröße benötigen Tigerhaie viel Nahrung und
Energie. Hierbei erweist sich das breite Nahrungsspektrum als großer
Vorteil. Der Rückgang einer Beuteart wirkt sich für ihn so nicht bedrohlich
aus wie bei anderen Haiarten.
Sie sind dämmerungs- oder nachtaktive Jäger und eher Einzelgänger. Wenn sie
ihre Beute attackieren, können sie sehr hohe Schwimmgeschwindigkeiten
erreichen.
Die Tragzeit bei Tigerhaiweibchen liegt zwischen 15 und 16 Monaten.
Tigerhaie sind ovovivipar, das heißt, dass das befruchtete Ei im Mutterleib
heranwächst und dann als Embryo im Mutterleib ausgetragen wird. Die Anzahl
der Jungen kann zwischen 10 und 80 variieren; in der Regel sind es etwa 40.
Bei der Geburt sind sie knapp einen halben Meter lang.
Erwachsene Tigerhaie haben eigentlich keine natürlichen Feinde. Ihre Größe
verhindert Angriffe anderer Hai-Arten. Die einzige Bedrohung für die
Tigerhaie geht vom Menschen aus. Jedes Jahr werden Tausende der gestreiften
Meeresräuber getötet - sei es vorsätzlich wegen ihrer attraktiven Haut oder
ungewollt als Beifang in Fischernetzen. Durch die immer größer werdende
Beliebtheit der fernöstlichen Küche werden sie auch für die Herstellung von
Haifischflossen-Suppe gejagt.
Der Sandtigerhai
Das ständig leicht offen stehende Maul, die heraus stechenden Spitzzähne:
Sandtigerhaie dienen wohl am ehesten dazu, Horror-Geschichten vom "bösen
Hai" zu nähren. Dabei sind Sandtiger im Allgemeinen recht umgängliche
Zeitgenossen.
Das Tier mit dem grimmig wirkenden Blick unterscheidet sich durch eine
Besonderheit von seinen Artgenossen unterscheidet: Sandtigerhaie können Luft
"schlucken" und als eine Art Schwimmblase verwenden. Dadurch trifft man die
nachtaktiven Jäger häufig in Höhlen an, wo sie tagsüber schlafen und
regungslos im Wasser schweben.
Brut-Kannibalismus
Und noch etwas unterscheidet Sandtiger von den Artgenossen: Der Darwinsche
Evolutionsgrundsatz "Nur die Stärksten überleben" wird bereits im Mutterleib
angewandt. Sandtiger-Nachwuchs praktiziert embryonalen Kannibalismus. Die
Tiere schlüpfen im Mutterleib und fressen die Nachfolgenden auf. Am Ende
überleben nur zwei Jungtiere, die lebend zur Welt kommen - meist schon mit
einer Länge von rund einem Meter.
Der Hammerhai
Die Familie der Hammerhaie umfasst zwei Gattungen mit etwa zwölf Arten und
gehört in die Unterordnung der Echten Haie (Galeoidei).
Kennzeichnend für den Hammerhai ist die hammerartige Verbreiterung der
Schnauze. Auf den Seiten dieses "Hammers" liegen die Augen und die
Nasenlöcher. Der Hammerhai schaut nicht nach vorn, sondern zur Seite,
wodurch ihm ein besseres Sehen ermöglicht wird. Mit einer Länge bis zu 5,50
m stellt der Große Hammerhai (Sphyrna mokkaran) die längste Art dar. Er
kommt im Atlantik sowie im Indischen und Stillen Ozean vor, und nur selten
im Mittelmeer. Der große Hammerhai frisst Fische und Kopffüßer. Gewöhnlich
kommt er nicht in Küstennähe vor. Etwas häufiger trifft man auf den Glatten
Hammerhai (Sphyrna zygaena), der alle tropischen und warmgemäßigten Meere
bewohnt. Er erreicht eine Länge von 4 Metern und wird 350 kg schwer. Im
Gegensatz zum Großen Hammerhai ist der Glatte Hammerhai durch einen etwas
gebogenen Hammer gekennzeichnet. Seine Nahrung stellen Krebstiere und kleine
Fische dar. Die Weibchen bringen gewöhnlich 30 Junge zur Welt. Der Glatte
Hammerhai wird nur gefährlich, wenn er den Geruch von harpunierten Fischen
wahrnimmt. Am häufigsten begegnet man dem Gebuchteten Hammerhai (Sphyrna
lewini), der in der Schelfsee an Festlandküsten und in der Umgebung von
Inseln warmer und gemäßigter Meere lebt und oft in Schwärmen anzutreffen
ist. Dieser erreicht eine Länge von 4,20 m. Zu seiner Nahrung gehören
ebenfalls Fische wie Kopffüßer, die er nachts entweder allein oder in
Gruppen fängt.
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