Die Haifamilie

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Squatiniformes

Diese charakteristische Gruppe von Haien umfasst eine Familie mit etwa dreizehn Arten. Alle sind ovovivipar.
 (lat.) "eierlebendgebährend", Embryonalentwicklung erfolgt bei dieser Fortpflanzungsweise meist völlig im mütterlichen Genitaltrakt, der Embryo ist von einer dünnen, kalkfreien Eihülle umgeben und schlüpft entweder während der Geburt oder unmittelbar danach
Familie Squatinidae / Engelshaie
ANZAHL DER ARTEN: Ungefähr 13
ÄUSSERES: Die Engelshaie sind rochenähnliche Fische mit einer marmorierten Rückenseite. Ihre grossen Brustflossen erstrecken sich kopf­wärts bis über die bauchseitig gelegenen Kiemenspalten, sind aber nicht mit dem Kopf verwachsen. Engelshaie haben zwei Rückenflossen, keine Afterflosse. Das kurze endständige Maul ist bewehrt mit kleinen, scharfen Zähnen. Die Schwanzflosse hat einen längeren unteren Schwanzflossenlappen.
GRÖSSE: Die grösste Art wird bis 2,4 Meter lang; die meisten Arten werden nicht grösser als 1,5 Meter.
LEBENSRAUM: Im Flachwasser und in den mittleren Tiefen der Kontinentalabhänge bis zu Tiefen von 1390 Meter. Oft werden sie tagsüber halb eingegraben im sandigen oder schlammigen Grund gefunden.
VERBREITUNG: Weitverbreitet von den Kaltwassergebieten bis in die Tropen, mit Ausnahme des zentralen Pazifik und fast des gesamten Indi­schen Ozeans.
VERMEHRUNG: Pro Weibchen zwischen zehn und zwanzig Junge.
NAHRUNG: Kleine Fische, Krebstiere, Kraken und Tintenfische, Muscheln und Schnecken.



Pristioriformes

Sägehaie sind eine kleine Gruppe harmloser Grundhaie, die den kleinen Sägefischen ähneln Die sägeartige Schnauze dient wahrscheinlich der Zerstückelung der Beute. Die Ordnung umfasst eine Familie mit etwa fünf Arten. Alle Sägehaie sind ovovivipar.
Familie Pristiophoridae / Sägehaie
ANZAHL DER ARTEN: Ungefähr fünf
ÄUSSERES: Sägehaie besitzen lange, flache, sägeähnliche Schnauzen mit kleinen, nadelspitzen Zähnen und ein Paar langer Barteln vor den Nasenöffnungen. Sie haben zwei Rückenflossen, keine Afterflossen, kurze, querliegende Mäuler mit kleinen, zugespitzten Fangzähnen in beiden Kiefern.
GRÖSSE:  Zwischen 1,0 und 1,6 Meter lang.
LEBENSRAUM: Sägehaie leben in mittleren Tiefen auf Schlamm-, Sand- oder Kiesgrund. Der Bahamas-Sägehai kommt bis in Tiefen von 915 Meter vor.
VERBREITUNG: Die verschiedenen Arten leben im westlichen Pazifik, im westlichen Nordatlantik, im südöstlichen Atlantik und im westlichen Indischen Ozean.
VERMEHRUNG: Fünf bis zwölf Jungtiere pro Sägehai-Weibchen.
NAHRUNG: Kleine Fische, Krebstiere und Tintenfische.


Haie mit zwei Rückenflossen, oft mit Dornen, keine Afterflosse, zylindrische Körper, kurze Mäuler und lan­ge Schnauzen. Viele Arten haben mächtige Schneidezähne in beiden Kiefern. Bei einigen Arten sind diese nur im Unterkiefer vorhanden, während mit dem Oberkiefer die Nahrung festgehalten wird. Diese grosse und heterogene Gruppe umfasst 3 Familien mit 82 Arten. Sie leben in allen Meeren bis in eine Tiefe von 6000 Meter. Alle Arten sind ovovivipar.
Familie Echinorhinidae / Nagelhaie
ARTEN. Echinorhinus brucus, Nagelhai, Echinorhinus cookei
ÄUSSERES: Grosse Haie mit kräftigen, zylindrischen Körpern, kleinen Spritzlöchern, breitgeschwungenen Mäulern mit weichen Lippen. Sie ha­ben keine Rückenflossendornen; die erste Rückenflosse liegt über den Bauchflossen. Der Nagelhai hat grosse, plattenförmige Zähne, Echino­rhinus cookei dagegen kleine, konische Zähne.
GRÖSSE: Der Nagelhai wird bis 3,1 Meter lang, Echinorhinus cookei bis über vier Meter.
LEBENSRAUM: Beide Arten sind vor allem Bewohner der Tiefseeabhänge. Sie dringen dabei bis in Tiefen von 900 Meter vor, kommen aber im Kü­stenbereich auch im Flachwasser unterhalb von 11 Meter vor. 
VERBREITUNG: Der Nagelhai ist in den gemässigten und tropischen Ge­wässern weit verbreitet. Bis heute kennt man E. cookei dagegen nur als Bewohner des Pazifik.
FORTPFLANZUNG:  15 bis 24 Junge.
NAHRUNG: Beide Arten ernähren sich von bodenlebenden Beutetieren, von Fischen, kleinen Haien, Kraken, Tintenfischen, Krabben, sowie von den Gelegen der Haie und Seekatzen.
Famflie Squalidae / Stachelhaie (oder: Dornhaie)
ANZAHL DER ARTEN: Etwa 73
ÄUSSERES: Sehr verschiedene Arten: es gibt ganz kleine und sehr grosse Stachelhaie. Gedrungene bis schlanke, zylindrische Körper, die manch­mal auch leicht gestaucht sind. Kleine bis grosse Spritzlöcher, breitgeschwungene bis quer verlaufende Maulspalten. Die erste Rückenflosse liegt vor den Bauchflossen. Die meisten haben Dornen an den Rückenflossen.
GRÖSSE: Einige Dornhaie sind mit 15 bis 20 Zentimeter geschlechtsreif und gehören zu den kleinsten rezenten Hai-Arten. Viele werden 30 bis 90 Zentimeter lang Die grössten sind Somniosus pacificus und S. microcephalus, der Grönlandhai. Diese erreichen Grössen von sechs bis sieben Meter.
LEBENSRAUM: Die meisten Stachelhaie leben auf oder nahe über dem Boden der gemässigten und tropischen Küsten. Nur wenige sind reine Hochseefische.
VERBREITUNG:  Ihr Verbreitungsgebiet ist wahrscheinlich das grösste aller Hai-Familien. Die verschiedenen Arten der Stachelhaie leben in al­len Meeren einschliesslich der arktischen und subantarktischen Gewässer.
FORTPFLANZUNG:  Zwei bis mehr als zwanzig Junge.
NAHRUNG:Stachelhaie fressen Knochenfische, andere Haie und Ro­chen, Kopffüsser, Krebstiere und viele andere Invertebraten. Die grossen Arten fressen auch Meeressäuger.  
Familie Oxynotidae / Meersau-Haie
ANZAHL DER ARTEN: Fünf
ÄUSSERES: Kleine, bizarr aussehende Haie mit zusammengestauchten Körpern.. Rauhe Haut, Meine bis grosse Spritzlöcher, querliegende Mäu­ler mit Lippenpapillen, starke Dornen, die erste Rückenflosse deutlich vor den Bauchflossen.
GRÖSSE: Die meisten werden Meiner als einen Meter lang. Eine Art bis 1,5 Meter.
LEBENSRAUM: Zwischen 40 und 720 Metern Tiefe an den Kontinentalabhängen.
VERBREITUNG: Weit verbreitet in den gemässigten und tropischen Breiten.
FORTPFLANZUNG: Sieben bis acht Junge.
NAHRUNG: Bodenlebende Invertebraten und kleine Fische


Hexanchiformes
Haie mit einer einzigen Rückenflosse ohne Dornen, sechs oder sieben Kiemenspalten und einer Afterflosse. Diese kleine Gruppe besteht ans zwei Familien mit insgesamt fünf Arten. Ihre Verbreitung ist weltweit, sie leben meist im tiefen Wasser. Einige Arten sind ovovivipar: Die Jungtiere schlüpfen bereits im Muttertier aus den Eiern.
Familie Chlamydoselachidae (Krausenhaie)
ART: Chiamydoselachus anguineus, Krausenhai
ÄUSSERES: Dieser schlanke, beinahe aalähnliche Hai ist nicht zu verwechseln. Er hat einen furchterregenden, schlangenartigen Kopf mit endständigern Maul und kleinen Zähnen in beiden Kiefern, sechs Kiemenspalten mit krausen Rändern, kleine Flossen.
GRÖSSE: Maximale Länge 196 Zentimeter.
LEBENSRAUM: Gewöhnlich auf oder dicht über dem Boden der äusseren Kontinentalabhänge in Tiefen zwischen 120 und 1 20 Meter, gelegentlich auch in Küstennähe oder nahe der Oberfläche.
VERBREITUNG: Verstreut weltweit.
FORTPFLANZUNG: Ovovivipar, acht bis zwölf Junge, bei einer vermuteten Tragzeit von bis zu zwei Jahren.
NAHRUNG: Kaum etwas bekannt: In einem südafrikanischen Krausenhai wurden die Reste eines kleinen Hais gefunden.
Familie Hexanchidae Kammzähner (oder: Grauhaie)
ANZAHL DER ARTEN: Vier
ÄUSSERES: Haie mit massigen Körpern und gut ausgebildeten Flossen so­wie fast endständigen Mäulern und langen Schnauzen. Die Zähne im obe­ren Kiefer haben feine Spitzen zum Durchbohren der Beute; die unteren Schneidezähne ähneln breitzähnigen Kämmen. Zwei der Arten haben sechs Kiemenspalten, zwei sieben.
GRÖSSE: Der Zwerg dieser Familie, der Spitzschnäuzige Siebenkiemer, wird nicht grösser als 1,4 Meter; der grösste, der Grauhai, wird beinahe fünf Meter lang.
LEBENSRAUM: Die zwei Sechskiemer und der Spitzschnäuzige Siebenkiemer halten sich meist in tieferem Wasser auf, zwischen 90 und 1875 Metern; der Breitschnäuzige Siebenkiemer dagegen bevorzugt die Kontinentalkü­sten und kommt zur Fortpflanzung in flache Buchten.
VERBREITUNG: Grosse Gebiete in allen kaltgemässigten bis tropischen Gewässern, keine reinen Hochseefische
FORTPFLANZUNG: Zwischen 9 und 108 Junge.
NAHRUNG: Relativ grosse Beutetiere: Knochenfische, andere Haie, Rochen, Seekatzen, Tintenfische, Krebstiere, auch Aas. Der Grauhai und der Breitschnäuzige Siebenkiemer sind sowohl Räuber als auch Aasfresser.


Carcharhiniformes
Diese Ordnung ist die grösste der Hai-Ordnungen und umfasst etwa 197 bekannte Arten. Sie leben in den Tropen, sind in den gemässigten Breiten sehr häufig, kommen in der Tiefsee vor. Einige Arten wie der Blauhai, der Seiden- und der Weissspitzenhai bilden die Gruppe der Hochseehaie. Die Ordnung umfasst die primitivsten, kleinen, trägen, mit kleinen Zähnen ausgestatteten Katzenhaie genauso wie die Marder- und Wieselhaie und die mächtigen Menschenhaie und Hammerhaie, die Könige der warmen Meere. Die meisten der gefährlichen Hai-Arten gehören zu dieser Ordnung. Der typische Grundhai hat eine verlängerte Schnauze und ein grosses Maul, das bis hinter die Augen reicht. Sie haben eine Afterflosse und zwei dornenlose Rückenflossen. Ihre Augen haben bewegliche, nickhautähnliche Unterlider. Die Form der Zähne variiert stark, von kleinen zugespitzten oder abgeflachten bis zu grossen, klingenähnlichen. Die Haie dieser Ordnung besitzen keine vergrösserten Mahlzähne in den hinteren Zahnreihen.
Familie Scyliorhinidae Katzenhaie
ANZAHL DER ARTEN: Mindestens 92 beschriebene und einige noch unbeschriebene Arten. Grösste Hai-Familie.
ÄUSSERES: Kleine Haie mit länglichen, katzenähnlichen Augen und grossen Spritzlöchern. Die erste Rückenflosse liegt über oder hinter den Bauchflossen. Katzenhaie haben keine Schwanzstielkerbe, und ihre Schwanzflosse hat keinen stark ausgebildeten unteren Flossenlappen. Viele Arten sind bunt und abwechslungsreich gefärbt. Nur die Arten, die vor allem in grösseren Tiefen gefunden werden, sind einfarbig weisslich, rötlich oder tiefschwarz.
GRÖSSE: Die grössten Katzenhaie erreichen 1,6 Meter. Die meisten sind kleiner - kleiner als 80 Zentimeter - und einige Zwergformen werden nicht grösser als 28 bis 30 Zentimeter.
LEBENSRAUM: Die Mehrzahl der Arten sind Bodenbewohner der Tiefsee. Keiner ist freischwimmend. Sie leben auf oder nahe über dem Boden. Katzenhaie kommen vom Flachwasser bis in Tiefen von über 2000 Meter vor.
VERBREITUNG: Katzenhaie haben eine weite Verbreitung von den tropischen Gewässern bis zu den Kaltwassergebieten, in allen Meeren ausser der Antarktis.
FORTPFLANZUNG: Die meisten Arten sind ovipar und legen längliche, flache Eikapseln mit Haftschnüren an den Ecken. Wenige Katzenhaie sind ovovivipar, zwei bis zehn Junge pro Weibchen.
NAHRUNG: Die Katzenhaie leben hauptsächlich von Invertebraten, be­sonders von Krebstieren und Kopffüsser, sowie kleinen Knochenfischen, Haien und Rochen; viele ernähren sich von Bodentieren. Einige Katzenhaie fressen auch Leucht- und Laternenfische, die in mittleren Tiefen frei im Wasser schwimmen.
Familie Proscylliidae Steuerschwanz-Katzenhaie
ANZAHL DER ARTEN: Um sechs
ÄUSSERES: Diese Familie kleiner, einfarbiger oder buntgescheckter Haie ist den echten Katzenhaien (Scyliorhinidae) sehr ähnlich, doch liegt bei ihnen die erste Rückenflosse vor den Bauchflossen Auch sie haben längliche, katzenähnliche Augen, kammähnliche Zahnreihen, keine Schwanzstielkerben und keine stärker ausgebildeten unteren Schwanzflossenlappen.
GRÖSSE: Der grösste dieser Familie, Gollum attenuatus, erreicht unge­fähr einen Meter, Eridacnis raddiffei dagegen wird gerade 15 bis 18 Zentimeter lang.
LEBENSRAUM: Äussere Riffe in Tiefen von SO bis 716 Metern.
VERBREITUNG: Westlicher Nordatlantik, Indischer Ozean, Westpazifik.
FORTPFLANZUNG: Alle Arten sind ovovivipar mit einer Ausnahme: Proscyllium haberen ist ovipar.
NAHRUNG: Kleine Knochenfische, Kopffüsser und Muscheln.
Familie Pseudotriakidae Falsche Marderhaie  
ART: Pseudotriakis microdon, Atlantischer Falscher Marderhai
ÄUSSERES: Ein grosser und unverwechselbarer Hai mit einer langen, kielähnlichen ersten Rückenflosse, vor den Bauchflossen gelegen. Er hat längliche, katzenähnliche Augen, sehr grosse Spritzlöcher, ein grosses Maul, sehr zahlreiche, kleine Zähne, keine Schwanzstielkerbe und eine Schwanzflosse ohne starken unteren Flossenlappen.
GRÖSSE. Bis 295 Zentimeter lang.
LEBENSRAUM: An den Abhängen der Kontinente und Inseln in Tiefen zwischen 200 und 1S00 Meter. Manchmal auch in Küstennähe.
VERBREITUNG: Grosses Gebiet im Nordatlantik; kommt auch im westlichen Indischen Ozean und im zentralen Pazifik vor.
FORTPFANZUNG: Ovovivipar mit zwei bis vier Jungtieren, die vor der Geburt bis zu einem Meter und mehr heranwachsen.
Familie Leptochariidae Hundshaie
ART: Leptocharias smithii, Hundshaie
ÄUSSERES: Den Marderhaien und den Proscylliidae sehr ähnlich, unterscheidet sich der Hundshai von diesen durch seine längeren Lippenfur­chen und die fast kreisrunden Augen, die winzigen Spritzlöcher sowie Nasenöffnungen mit Barteln. Sein, Schwanz zeigt keine Schwanzstielkerbe, und seine Schwanzflosse hat keinen grossen unteren Flossenlappen.
GRÖSSE:  Maximal 82 Zentimeter.
LEBENSRAUM: Gewöhnlich in Tiefen von 10 bis 75 Meter, vor allem vor Flussmündungen. Der Hai bevorzugt schlammigen Grund.
VERBREITUNG: Tropische Küste Westafrikas von Mauretanien bis Angola; kann nördlich bis Marokko und in das Mittelmeer vordringen.
FORTPFLANZUNG: Vivipar (lebendgebärend) mit einer einzigartigen Dottersack-Plazenta, bis 7 Junge.
NAHRUNG: Krebstiere, Kraken, Schwämme und verschiedene kleine Knochenfische.
Familie Hemigaleidae Wieselhaie
ANZAHL DER ARTEN: Sechs
ÄUSSERES: Kleine bis ziemlich grosse Haie, die den Menschenhaien sehr ähneln. Sie haben fast kreisrunde Augen, kleine Spritzlöcher und Nasengruben ohne Barteln. Die erste Rückenflosse liegt vor den Bauchflossen. Keine Schwanzstielkerben. Die Schwanzflosse hat einen kräftigen unteren Flossenlappen.
GRÖSSE: Die meisten werden nicht grösser als 1,4 Meter. Eine Art, Hemipristis elongatus, erreicht 2,4 Meter.
LEBENSRAUM: Küstenhaie. Schelfgebiete in mässigen Tiefen, von 0 bis ungefähr 100 Meter.
VERBREITUNG: Mit Ausnahme einer Art im östlichen Atlantik sind die Wieselhaie charakteristisch für den Indik und den westlichen Pazifik, von Südafrika und Rotem Meer bis nach Japan und Australien.
FORTPFLANZUNG: Alle sind vivipar mit einem bis vierzehn Jungen.
NAHRUNG: Knochenfische, kleine Haie und Rochen, Krebstiere, Kopf­füsser und andere Invertebraten.  
Familie Triakidae Marderhaie
ANZAHL DER ARTEN: Um 34 beschriebene Arten 
ÄUSSERES: Kleine bis ziemlich grosse Haie mit länglichen bis fast kreis­runden Augen, grossen bis winzigen Spritzlöchern und Nasengruben mit vorderen Hautlappen, gewöhnlich nicht als Barteln geformt. Die erste Rückenflosse liegt vor den Bauchflossen, und die Schwanzflossen haben meist einen starken unteren Flossenlappen. Schwanzstielkerben haben die Marderhaie nicht.
GRÖSSE: Einige Arten werden zwei Meter lang, aber die meisten werden nicht grösser als 1,2 Meter. Einige werden mit weniger als dreissig Zentimeter Länge geschlechtsreif.
LEBENSRAUM: Die meisten kommen an den Küsten der Inseln und Kontinente vor. Einige Arten bewohnen die Abhänge der Tiefsee bis zu 2000 Meter Tiefe. Die Marderhaie kommen vor allem auf Sand-, Schlamm- und Felsboden vor, gewöhnlich in geschützten Buchten. Mindestens eine Art lebt an Korallenriffen.
VERBREITUNG: In allen tropischen und gemässigten Meeren.
FORTPFLANZUNG: Alle Arten sind lebendgebärend. Etwas mehr als die Hälfte sind vivipar, die anderen ovovivipar, mit 1 bis 52 Jungen.
NAHRUNG: Die meisten fressen bodenbewohnende Invertebraten
( Wirbelose ), besonders Krebstiere. Einige leben von Knochenfischen, einige haben sich auf Kopffüsser als Nahrung spezialisiert. Keine Art frisst normalerweise Aas.
Familie Sphyrnidae Hammerhaie
ANZAHL DER ARTEN: Neun
ÄUSSERES: Hammerhaie sind unverwechselbar; wenn man sie von unten oder von oben sieht, haben ihre einzigartig verbreiterten und abge­flachten Köpfe die Form eines Hammers. Sie besitzen runde, weit ausein­anderliegende Augen. Hammerhaie haben weder Spritzlöcher noch Bar­teln an den Nasenöffnungen. Die erste Rückenflosse liegt vor den Bauchflossen. Sie haben Schwanzstielkerben, und die Schwanzflosse verfügt über einen kräftigen unteren Flossenlappen.
GRÖSSE: Fünf Arten sind klein, sie werden nicht länger als 1,5 Meter. Die anderen vier Arten erreichen Grössen zwischen drei und mehr als fünf Meter. 


Lamniformes
Dazu gehören sieben Familien mit fünfzehn oder sechzehn Arten. Man findet sie in allen Meeren mit Ausnahme der hohen arktischen und antarktischen Breiten. Die meisten der Arten haben lange Schnauzen und Maulspalten, die bis hinter die Augen reichen, eine Afterflosse und zwei dornenlose Rückenflossen. Sie leben im Flachwasser und bis in Tiefen von mehr als 1200 Meter, an den Küsten und in den riesigen ozeanischen Becken. Einzigartig ist die Form ihrer ovoviviparen Fortpflanzung - »Gebärmutter-Kannibalismus«-, bei der die embryonalen Haie vor der Geburt ihre jüngeren, gerade schlüpfenden Geschwister und die nachrückenden Eier fressen.
Familie  Odontaspididae / Sandhaie
ANZAHL DER ARTEN: Drei oder vier
ÄUSSERES: Diese grossen, massigen Haie haben ziemlich lange, abgeflachte oder konisch zugespitzte Schnauzen, kleine bis ziemlich grosse Au­gen, vorschiebbare Kiefer mit grossen, schlanken, spitzen Zähnen. Die Kiemenspalten sind kurz. Sie haben keine seitlichen Stabilisierungskiele am Schwanz. Die kurze, asymmetrische Schwanzflosse hat einen kurzen unteren Flossenlappen.
GRÖSSE: Meist grosse Hai-Arten mit maximal drei bis 3,6 Meter Länge.
LEBENSRAUM: Küstenhaie, keine Hochseehaie. Sie kommen sowohl an der Oberfläche wie am Grund vor. Je nach Art erreichen sie Tiefen zwischen 191 und 1200 Meter.
VERBREITUNG: Alle warmen Meeresgebiete der gemässigten und tropischen Breiten. Das Verbreitungsgebiet einzelner Arten ist möglicher­weise nicht zusammenhängend.
FORTPFLANZUNG: Nur vom Sandtiger bekannt: Ovovivipar, zwei Junge.
NAHRUNG: Knochenfische, kleine Haie und Rochen, Kopffüsser und grosse Krebstiere.
Familie Cetorhinidae Riesenhaie
ARTEN: Cetorhinus maximus, Riesenhai
ÄUSSERES: Ein riesiger, schwergewichtiger, spindelförmiger Hai mit winzigen Augen, einer leicht verlängerten, hakenförmigen oder konischen Schnauze, einem grossen Maul mit nur leicht vorschiebbaren Kiefern und winzigen, hakenförmigen Zähnen. Er hat riesige Kiemenspalten, die fast kreisförmig den gesamten Kopf umgeben, und starke Schwanzkiele. Die kurze, beinahe symmetrische, halbmondförmige Schwanzflosse hat einen grossen unteren Flossenlappen.
GRÖSSE: Nach dem Walhai der zweitgrösste Hai. Individuen mit 12,2 und 15,2 Meter wurden gefunden, doch werden die meisten nicht länger als 9,8 Meter.
LEBENSRAUM: Weitverbreitet in den kalten kontinentalen Küstenge­wässern. In Schelfmeeren kommen die Riesenhaie in den küstenfernen Gebieten vor, nur selten in Küstennähe.
VERBREITUNG: Der Nord- und Südatlantik wie der Nord- und Südpazifik.
FORTPFLANZUNG: Nicht sicher, aber wahrscheinlich ovovivipar.
NAHRUNG: Ein Filtrierer, der sich von winzigen Krebschen des Zoopianktons, meist Copepoden, ernährt. Einzigartiger Kiemenkorb als Seihapparat.
Familie Mitsukurinidae Nasenhaie
ARTEN: Mitsukurina owstoni, Nasenhai
ÄUSSERES: Wohl der seltsamste aller lebenden Haie. Der Nasenhai hat eine lange, flache, dolchähnliche Schnauze, winzige Augen, einen wei­chen, schlaffen Körper, weit vorschiebbare Kiefer mit grossen, schlanken, nadelspitzen Zähnen und eine lange Schwanzflosse.
GRÖSSE: Erreicht eine Länge von etwa 3,6 Meter.
LEBENSRAUM: Dieser träge Grundhai lebt vor allem auf dem Konti­nentalabhängen in Tiefen bis mindestens 726 Metern, gelegentlich wurde er schon in Küstennähe gefunden.
VERBREITUNG: Weit gestreut über fast alle Meere, einschliesslich des West- und Ostatlantik und des Westpazifik.
FORTPFLANZUNG: Nichts bekannt
NAHRUNG: Wahrscheinlich Heine Beutetiere mit weichen Körpern wie Fische, Garnelen und Tintenfische.
Familie Pseudocarchariidae Krokodilshaie  
ARTEN: Pseudocarcharias kamoharai, Krokodilshai
ÄUSSERES: Den Namen hat der Hai von seinem auffallenden Gebiss. Der Krokodilshai ist ein Heiner, spindelförmiger Hai mit riesigen Augen, einer langen, konisch zugespitzten Schnauze, vorschiebbaren Kiefern und ziemlich langen Kiemenspalten. Er hat seitliche Schwanzkiele und eine kurze, asymmetrische Schwanzflosse.
GRÖSSE: Maximale Länge um 1,1 Meter.
LEBENSRAUM: Vor allem auf der hohen See und vor den Kontinen­talabhängen.
VERBREITUNG: Östlicher Atlantik, westlicher Indischer Ozean, west­licher Nordpazifik, zentraler und östlicher Pazifik.
FORTPFLANZUNG: Vier Jungtiere (ovovivipar).
NAHRUNG: Knochenfische, Tintenfische und Krebstiere
 
Familie Megachasmidae Riesenmaul-Haie
ARTEN: Megachasma pelagios. Riesenmaul-Hai 
ÄUSSERES: Ein Hochseehai mit einem grossen, massigen, zylindrischen Körper, kleinen Augen, einer kurzen, stumpfen, abgerundeten Schnauze und einem riesigen Maul mit zahlreichen winzigen, häkchenförmigen Zähnen. Der Hai hat kurze Kiemenspalten, keine Schwanzkiele, eine lange asymmetrische Schwanzflosse.
GRÖSSE: Ungefähr 4,5 Meter.
LEBENSRAUM: Bisher wurden nur zwei Tiere gefangen. Lebt in Tiefen zwischen 7 und 163 Metern auf offener See oder über dem Kontinental­abfall.
VERBREITUNG: Der zentrale und östliche Pazifik.
FORTPFLANZUNG: Nichts bekannt.
NAHRUNG: Ein Plankton-Filtrierer, kleine Garnelen,  pelagische Quallen.
Familie Alopiidae Drescherhaie
ANZAHL DER ARTEN: Drei
ÄUSSERES: Grosse, gedrungene, zylinderförmige Haie mit ziemlich grossen bis auffallend grossen Augen, kurzen, konischen Schnauzen, Meinen Mäulern mit leicht vorschiebbaren Kiefern und kleinen Zähnen. Ihre Kiemenspalten sind kurz, sie haben eine Schwanzstielkerbe, aber keine Schwanzkiele. Die extrem nach oben ausgezogene Schwanzflosse wird ungefähr so lang wie der Körper. Die Schwanzflosse hat einen kurzen un­teren Flossenlappen.
GRÖSSE: Maximale Länge zwischen 3,3 und 6,1 Meter.
LEBENSRAUM: Auf hoher See und in Küstengewässern in Bodennähe, bis mindestens 500 Meter Tiefe.
VERBREITUNG: In allen gemässigten und tropischen Breiten.
FORTPFLANZUNG: Zwei bis vier Junge (ovovivipar).
NAHRUNG: Kleine Beutetiere wie pelagische Fische und Grundfische, Tintenfische, Kraken, Krebstiere.
Familie Lamnidae Makrelenhaie
ANZAHL DER ARTEN: Fünf
ÄUSSERES: Grosse Haie mit massigen, spindelförmigen Körpern., kleinen bis ziemlich grossen Augen, langen, konischen Schnauzen, grossen Mäulern und nur leicht vorschiebbaren Kiefern mit grossen, zugespitzten oder rasiermesserähnlichen Zähnen. Die grossen Kiemenspalten umfassen nicht den ganzen Kopf. Makrelenhaie haben Schwanzstielkerben und starke Schwanzkiele. Die kurze, fast symmetrische Schwanzflosse hat einen langen unteren Flossenlappen.
GRÖSSE: Der kleinste dieser Familie erreicht 3 bis 3,7 Meter; der grösste, der Weisse Hai, wird 6 Meter lang.
LEBENSRAUM: Sowohl die offene See als auch die Küstengewässer, von der Oberfläche bis in Tiefen von 1280 Metern.
VERBREITUNG: In allen gemässigten Kaltwassergebieten bis zu den tropischen Gewässern.
FORTPFLANZUNG: Zwischen zwei und sechzehn Jungtiere (ovovivipar).
NAHRUNG: Kleine bis grosse Knochenfische, Tintenfische, auch andere Haie und im Fall des Weissen Hais Seeschildkröten, Seevögel, Robben, Seelöwen, Delphine, auch Aasfresser (tote Wale und andere Meeressäuger).


Orectolobiformes
Diese kleine, aber heterogene Gruppe umfasst 7 Familien und 33 Arten. Sie haben schweineähnliche Schnauzen und kurze Mäuler, die bei den meisten Arten über Gruben mit den Nasenöffnungen verbunden sind. Eine Afterflosse. Im Gegensatz zu den Stierkopfhaien sind ihre zwei Rückenflossen dornenlos. Vor jeder Nasenöffnung eine häutige Bartel. Es sind alles Haie der gemässigten bis tropischen Breiten. Sie leben in mittleren Tiefen und im Flachwasser. Ihr Verbreitungsgebiet ist vor allem der tropische Westpazifik, besonders Australien, sowie der Indische Ozean. Einige Arten haben noch grössere Verbreitungsgebiete.
Familie Parascylliidae / Kragen-Ammenhaie
ARTENANZAHL: Sieben
ÄUSSERES: Diese schön gefärbten Haie haben kleine Köpfe. Schlanke Körper und Schwänze. Dunkle und helle Punkte bilden ihr Farbmuster.
Die Afterflosse liegt zum Teil vor der zweiten Rückenflosse, gut abgesetzt von der kurzen Schwanzflosse.
GRÖSSE: Zwischen 34 und 97 Zentimeter.
LEBENSRAUM: Sie bewohnen die mittleren Tiefen der Kontinental und Inselabgänge bisin eine Tiefe von 183 Metern.
VERBREITUNG: Der westliche Pazifik. Vier Arten in Südaustralien drei bei den Philippinen, Taiwan, China und Japan.
VERMEHRUNG: Einige der Arten sind ovipar.
NAHRUNG: So gut wie nichts ist darüber bekannt. Wahrscheinlich ernähren sie sich von kleinen Invertebraten und Fischen.
Familie Brachaeluridac Blindhaie
ARTEN: Brachaelurus waddi, Blindhai, Heteroscyllium colcloughi (eine ganz seltene Art vor Queensland, über die kaum etwas bekannt ist)
ÄUSSERES: Diese Haie haben breite Köpfe und leicht gedrungene Kör­per und Schwänze. Die Afterflosse liegt hinter der zweiten Rückenflosse und direkt vor der kurzen Schwanzflosse. Sie haben kleine helle Flecken, aber keine Farbmuster oder Rückenzeichnung.
GRÖSSE: Bis 122 Zentimeter.
LEBENSRAUM: Küstennahe Riffbewohner vom flachen Wasser bis zu einer Tiefe von 110 Meter.
VERBREITUNG: Beschränkt auf die Warmwassergebiete Australiens: vor Neusüdwales, Queensland, dem Nordterritorium und Westaustralien.
FORTPFLANZUNG:  Ovovivipar, sieben bis acht Junge
NAHRUNG: Kleine Fische, Krabben, Seeanemonen Garnelen, Tintenfische


Familie Orectolobidae / Wobbegongs

ANZAHL DER ARTEN: Sechs (wahrscheinlich mehr)
ÄUSSERES: Grosse, abgeflachte, breitgebaute Haie mit kurzen Schwän­zen. Die Afterflosse liegt hinter der zweiten Rückenflosse, direkt vor der Schwanzflosse. Sie haben stark vorschiebbare Kiefer und verbreiterte Pfahlzähne. Ihre Tamfarbe aus Punkten, Flecken, Linien und Bändern sowie die besonderen Hautausstülpungen beidseits des Kopfes vervoll­ständigen ihre Anpassung an den Meeresgrund.
GRÖSSE: Sie erreichen eine maximale Länge von 3,2 bis 3,6 Meter. Die meisten allerdings sind Meiner.
LEBENSRAUM: Auf Fels- und Koralienriffen und auf Sandgrund, von 0 bis mindestens 110 Metern.
VERBREITUNG: Vor allem vor Australien und Papua-Neuguinea. Zwei Arten kommen auch vor Japan vor, eine Art ist auf den westlichen Pazifik beschränkt.
FORTPFLANZUNG: Ovovivipar, zwanzig und mehr Junge.
NAHRUNG: Grundfische, Kraken, Krabben und Langusten.
 
Famiglie Stegostomatidae / Zebrahaie
ARTEN: Stegostoma fasciatum, Zebrahai
ÄUSSERES: Der Zebrahai ist mit seiner breiten Schwanzflosse, die so lang ist wie der gesamte übrige Körper, unverwechselbar. Zebrahaie ha­ben wuchtige, stumpf abgerundete Köpfe. Keine Gruben um die Nasenöffnungen. Leicht gedrungene Körper und Schwänze mit starken seit­lichen Gruben. Die Afterflosse liegt deutlich hinter der zweiten Rücken­flosse, direkt vor der Schwanzflosse. Jungfische haben als Körperzeich­nung gelbe Streifen auf dunkelbraunem Untergrund. Beim geschlechtsrei­fen Zebrahai besteht die Körperzeichnung aus Meinen, braunen Flecken auf gelbem Untergrund. GRÖSSE: Die meisten werden nicht grösser als drei Meter, einige wachsen bis 3,5 Meter.
LEBENSRAUM: Hauptsächlich Korallenriffe und Sandflächen in direk­ter Nachbarschaft zu den Riffen, in mittleren Tiefen auf oder nahe über dem Grund. VERBREITUNG: Weite Gebiete des Indischen Ozeans und des Westpazifik.
FORTPFLANZUNG: Ovipar: sie legen grosse, runde Eikapseln auf den Meeresboden.
NAHRUNG: Vor allem Muscheln und Schnecken, aber auch Krabben, Garnelen und Heine Knochenfische.
 
Familie Hemtscylliidae / Langschwänzige Ammenhaie
ANZAHL DER ARTEN: Mindestens zwölf
ÄUSSERES: Einfarbige bis deutlich gemusterte Haie mit schmalen Köpfen, leicht gedrungenen Körpern und meist verlängerten, schlanken Schwänzen. Die Afterflosse, schwach abgerundet und kielförmig, liegt deutlich hinter der zweiten Rückenflosse, direkt vor der kurzen Schwanzflosse.
GRÖSSE: Die maximale Länge liegt bei einem Meter.
LEBENSRAUM: Fels- und Korallenriffe und auf Sand- und Schlammböden, meist im Flachwasser bis hinunter in 100 Meter Tiefe.
VERBREITUNG: Weitverbreitet im Indischen Ozean und im westlichen Pazifik, von Madagaskar und dem Persischen Golf bis Japan, den Philip­pinen und Australien.
FORTPFLANZUNG: Mindestens einige der Arten sind ovipar und legen ihre Eier in ovalen Eikapseln auf dem Meeresboden.
NAHRUNG: Kaum bekannt, wahrscheinlich fressen sie kleine Fische und bodenlebende Invertebraten.  
Familie Rhincodontidae / Walhaie
ARTEN: Rhincodon typus, Walhai
ÄUSSERES: Dieser sehr auffällige Hai hat einen breiten, flachen Kopf, eine gestutzte Schnauze und ein endständiges Maul rnit winzigen Zähnen. Der Walhai bat riesige Kiemenspalten und seitliche Furchen an Rumpf und Schwanz. Die riesige, geschwungene Schwanzflosse hat einen langen unteren Flossenlappen. Helle, kleine Flecken sowie horizontale und senkrechte Streifen auf dunklem Untergrund geben dem Tier die einzigartige Zeichnung. GRÖSSE: Riesige Individuen, möglicherweise 18 Meter lang, sind gesichtet worden. Der grösste, exakt gemessene Walhai war 12,1 Meter lang. Der Walhai ist der grösste Fisch überhaupt.
LEBENSRAUM: Hochseebewohner, oft nahe der Oberfläche, sowohl in Küstennähe als auch auf hoher See.
VERBREITUNG: Alle Warmwassergebiete der Meere.
FORTPFLANZUNG: Ovipar oder ovovivipar. Ein grosses Ei mit einem fast schlüpfreifen Jungtier wurde auf dem Grund des Golfs von Mexiko gefunden. Dabei kann es sich um ein normal abgelegtes oder aber um ein verfrüht ausgeschiedenes befruchtetes Ei handeln.
NAHRUNG: Ein Filtrierer mit einem breiten Nahrungsspektrum, von einzelligen Algen und kleinen Krebschen bis zu Makrelen und kleinen Thunfischen.

Familie Ginglymostomatidae / Ammenhaie
ANZAHL DER ARTEN: Drei
ÄUSSERES: Diese Haie variieren stark in ihrer Grösse. Sie haben breite Köpfe, keine Gruben bei ihren Nasenöffnungen und leicht gedrungene Körper und Schwänze. Die Afterflosse liegt knapp hinter der zweiten Rückenflosse, direkt vor der kurzen Schwanzflosse. Es gibt keine Farbzeichnung.
GRÖSSE: Der kurzschwänzige Ammenhai erreicht gerade eine Länge von 75 Zentimeter, die anderen Arten können drei Meter übertreffen.
LEBENSRAUM: Vor Sandstränden, über Schlamm- und Sandflächen und an Korallen- und Felsriffen vom Flachwasser bis mindestens 70 Meter.
VERBREITUNG: In allen Warmwassergebieten, einschliesslich des östli­chen Pazifik, des östlichen und westlichen Atlantik und des Indischen Ozeans.
FORTPFLANZUNG: Mindestens eine der Arten, der Ammenhai Ginglymostoma ciratum, ist ovovivipar; 20 bis 30 Junge. Der Riesenammenhai wird in der Literatur sowohl als ovipar als auch als ovovivipar beschrieben
NAHRUNG: Kleine Fische, Krabben, Langusten, Garnelen, Kraken, Tintenfische, Muscheln, Schnecken, Seeigel und Korallen.
 

Heterodontiformes (Stierkopfhaie)
Dies sind die einzigen rezenten Hai-Arten, die sowohl Dornen in ihren zwei Rückenflossen aufweisen als auch eine Afterflosse besitzen. Die Ordnung umfasst eine Familie mit acht Arten.
Familie Heterodontidae / Stierkopfhaie
ANZAHL DER ARTEN: Acht
ÄUSSERES: Die Stierkopfhaie haben grosse, wuchtige Köpfe mit einer breiten Wölbung über jedem Auge. Sie haben sehr kurze, schweineähn­liche Schnauzen und kleine, quer verlaufende Maulspalten. Gruben verbinden Maul und Nasenöffnungen. Die Kiefer haben hinten vergrösserte, flache Mahlzähne und vorne spitze, kleine Fangzähne.
GRÖSSE: Zwischen 55 und 165 Zentimeter Länge.
LEBENSRAUM: Vom Flachwasser bis zu 275 Meter Tiefe.
VERBREITUNG: Gemässigte bis tropische Breiten im westlichen Indi­schen und im wesdichen und östlichen Pazifischen Ozean.
VERMEHRUNG: Stierkopfhaie sind ovipar, sie legen Eier. Die Eier liegen in konischen Eikapseln, an deren Ecken sich doppelspiralige Haltefäden befinden. Sie werden im späten Winter oder im Frühjahr zwischen Felsen abgelegt. Die Jungtiere schlüpfen nach sieben bis zwölf Monaten. Bis zur Geschlechtsreife dauert es bis zu zehn Jahren und mehr.
NAHRUNG: Vor allem Invertebraten wie Seeigel, Seesterne, Krebstiere, Seepocken, Würmer und Schnecken. Sie fangen auch kleine Fische.
 

 

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